Jahresbericht 2007

1. Das Jahr 2007 war für die Stiftung Convivenza das erste nach ihrer Gründung und stand im Zeichen der Konsolidierung. Auf der einen Seite hielt der Stiftungsrat Ausschau nach möglichen Wegen zur Verstetigung der anspruchsvollen Projektsuche, auf der anderen wurde ein professionelles und einheitliches Erscheinungsbild mittels Web-Auftritt, Briefschaften und Flyer geschaffen. Hiermit wurde die Grundlage für zukünftige Projekte gelegt, welche wesentlich von der Finanzierung durch Sponsoren und damit von einem glaubwürdigen Erscheinungsbild der Stiftung Convivenza abhängen.

2. Diese Investition in die Zukunft hat in der Jahresrechnung ihre Spuren hinterlassen. Daneben drückte auch die Entwicklung eines Teils der Aktien im Jahr 2007 auf die Jahresrechnung. Insgesamt hat es sich jedoch vor allem gezeigt, dass die laufenden Kosten der Stiftung durch die Zinsen ihres Stiftungskapitals von CHF 800'000 nicht zu decken sind. Um eine langfristige Finanzierung sicherzustellen, wird die Stiftung daher versuchen, zusätzliche finanzielle Mittel zu beschaffen.

3. Unter der Leitung des Vizepräsidenten des Stiftungsrats Romedi Arquint konnte Ende Oktober 2007 in Kooperation mit der FUEV (Föderalistische Union Europäischer Volksgruppen) unter dem Patronat des Europarats ein Seminar zur Minderheit der Aromunen durchgeführt werden. Daran nahmen über 30 Vertreter von aromunischen NGOs und von den betroffenen Staaten wie Albanien, Bulgarien, Mazedonien und Rumänien teil.

Das Projekt war rundum ein Erfolg. Es gelang alle wichtigen und teils verfeindeten aromunischen Organisationen erstmals an einen Tisch zu bringen. Der Zweck, die Gründung einer grenzüberschreitenden Kulturvereinigung im Jahr 2008 vorzubereiten, wurde erreicht.

Diese grenzüberschreitende Veranstaltung war die erste ihrer Art und hat zum Verständnis zwischen den Aromunen und den Rätoromanen beigetragen. Der Beizug von Erfahrungen der nordischen Sami erwies sich dabei als grosser Pluspunkt. Der Durchführungsort Disentis/Mustér hat sich bewährt. Die Presse (u.a. die NZZ) berichtete von der Veranstaltung durchwegs positiv. Finanziell konnte das Projekt dank der grosszügigen Unterstützungen der Schweizerischen Eidgenossenschaft, dem Kanton Graubünden und der Graubündner Kantonalbank sowie dem International Cultural Forum Disentis und der Gemeinde Disentis/Mustér ausgeglichen gestaltet werden.

Der Stiftungsrat strebt in Zukunft weitere Projekte dieser Art an. Er sieht es als Kernaufgabe der Stiftung Convivenza an, von der Weltöffentlichkeit vernachlässigte Probleme von Minderheiten ausserhalb des Konfliktgebiets und unter Einbezug der Zivilgesellschaft vertieft zu behandeln.

4. Im Berichtsjahr wurden verschiedene weitere Projektvorschläge besprochen aber aus unterschiedlichen Gründen vorerst zurückgestellt, so zu den Rätoromanen und den Ladinern, zu den Krimtataren, den Slowenen in Kärnten, den Roma, zu Minderheiten im Banat und in Estland. Auch das geplante Nachfolgeprojekt des im Mai 2006 durchgeführten Kosovo-Seminars in Laax musste wegen der politischen Lage nach Ankündigung der Unabhängigkeitserklärung des Kosovos auf das nächste Jahr verschoben werden.

5. Der Stiftungsrat hat im Berichtsjahr den Beirat der Stiftung Convivenza gewählt. Folgende internationale Persönlichkeiten konnten für diesen gewonnen werden: Prof. Dr. Gudmundur Alfredsson, Prof. Dr. Krzysztof Drzewicki, Prof. Dr. Lauri Hannikainen, Prof. Dr. Peter Hilpold, Prof. Dr. Rainer Hofmann, Prof. Dr. Dzidek Kedzia, Prof. Dr. Giorgio Malinverni, Prof. Dr. Joseph Marko, em. Prof. Dr. Peter Pernthaler, Prof. Dr. Markku Suksi, Prof. Dr. Patrick Thornberry.

6. Die Zusammensetzung des Stiftungsrats hat sich im Berichtsjahr nicht verändert.